Düngung, Licht und CO2

Mittwoch, 01. April 2020

Düngung, Licht und CO2

Brauchen Aquariumpflanzen Nährstoffe?

Düngung, Licht und CO2

Im Aquarium gibt es einen Zusammenhang zwischen der richtigen Pflanzendüngung, der Beleuchtung und dem CO2-Gehalt des Wassers. Nur wenn alle diese drei Bedingungen für den Pflanzenwuchs erfüllt sind, können die Wasserpflanzen gut wachsen. Gerät hier etwas aus dem Gleichgewicht, kann es zu Lücken beim Nährstoffangebot kommen, und Algen übernehmen das Aquarium.

Liebigsches Minimumgesetz

Wie der Pflanzenwuchs funktioniert, kann man mit dem Liebigschen Minimumgesetz gut erklären. Kurz zusammengefasst erklärt dieses Naturgesetz, dass immer der Faktor, von dem am wenigsten vorhanden ist, das Wachstum begrenzt. Hat man also zu wenig CO2 im Aquarium, bringt es gar nichts, wenn man mehr Licht über das Becken hängt, die Pflanzen werden trotzdem nicht besser wachsen. Hat man einen Nitratmangel im Aquarienwasser, braucht man keine CO2-Anlage, sondern einen guten Pflanzendünger für Aquarienpflanzen. Auch die stärkste CO2-Anlage bringt nichts, wenn die Pflanzen nicht genügend Licht bekommen ... und so weiter.

Bei kümmernden Pflanzen, blassen Blattfarben und spillerigem Wuchs sollte man daher erst einmal auf die Suche nach den Ursachen gehen, bevor man wirksame Maßnahmen ergreifen kann. Natürlich könnte man auch im Nebel stochern und auf Zufallstreffer hoffen, aber so ein bisschen Grundlagenwissen kann den Geldbeutel doch deutlich entlasten.

Zwei Arten von Aquarien - Schwerpunkt auf der Tierhaltung

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von bepflanzten Aquarien unterscheiden: einmal das Gesellschaftsaquarium oder Artaquarium, in dem der Schwerpunkt auf den Tieren liegt. Hier fährt man in der Regel mit eher unempfindlichen, genügsameren Pflanzen, einer moderaten Düngung und mittelstarkem Licht recht gut. In stärker besetzten und gut gefütterten Becken braucht man nicht unbedingt eine CO2-Anlage. Wenn der Rest passt, wenn man also angepasst düngt und das Licht nicht zu stark ist, reicht das von den Tieren, Bakterien und Pflanzen ausgeatmete CO2 für weniger anspruchsvolle Aquarienpflanzen in der Regel aus. Hier wachsen die Pflanzen ordentlich, sie zeigen auch schöne Farben, aber alles in allem liegt in einem solchen Aquarium der Schwerpunkt auf den Tieren - und das merkt man auch.

Nichtsdestotrotz spielen die Pflanzen natürlich auch hier eine wichtige Rolle! Sie verbrauchen Stickstoffverbindungen, die den Fischen und Wirbellosen in hoher Konzentration durchaus schaden könnten, und sie produzieren Sauerstoff, der für die Aquarientiere lebensnotwendig ist. Außerdem bieten sie den Tieren Verstecke und eine Möglichkeit, ihre Reviere abzugrenzen, und ganz "nebenbei" hat das Auge des Betrachters auch noch was davon. So ein bepflanztes, mit Fischen, Schnecken, Garnelen oder Krebsen besetztes Aquarium hat einfach was!

Düngung

In einem Aquarium mit Schwerpunkt auf der Tierhaltung kann man mit dem Dennerle Pflanzen Elixier, einem Universaldünger für Aquarienpflanzen, Spurenelemente zur Verfügung stellen, die den Pflanzen sonst fehlen würden. Bei einem direkten Eisenmangel (zu erkennen an Blattchlorosen, also blassen Blättern und hellen Triebspitzen) bietet sich die gezielte Ergänzung von Eisen an, das funktioniert beispielsweise sehr gut mit dem E15 FerActiv Eisendünger. Wenn sich das Wachstum der Pflanzen trotzdem nicht anschubsen lässt, wäre eine Versorgung mit dem nitrat- und phosphatfreien V30 Complete anzudenken, der noch mehr Nährstoffe enthält, die die Pflanzen brauchen und die im Leitungswasser oft fehlen. Mit dem S7 VitaMix von Dennerle kann man auch die Mikroorganismen in Filter und Bodengrund optimal versorgen, und nicht "nur" die Pflanzen. Die Bakterientätigkeit im Aquarium ist wahnsinnig wichtig, weil sie viele Nährstoffe für die Pflanzen erst verfügbar machen, Schadstoffe abbauen und auch sonst noch allerhand nützliches treiben. Im Perfect Plant System Set von Dennerle sind alle wichtigen Dünger enthalten.

Pflanzen wie Cryptocorynen oder Echinodorus, die über ein starkes Wurzelsystem verfügen, kann man mit einem Wurzeldünger sehr gut versorgen. Dazu schiebt man die NutriBalls oder PowerTabs mit einer Pinzette zwischen die Wurzeln in den Bodengrund und stellt damit die Versorgung der Starkzehrer mit vielen Nährstoffen in ausreichender Menge sicher - so viel könnte man über die Wassersäule gar nicht unbedingt zudüngen! Grade in Garnelenbecken ist eine Wurzeldüngung eine sehr gute Alternative bei den Starkzehrern unter den Aquarienpflanzen. Wann ist es Zeit für eine Wurzeldüngung? Wenn der Neuaustrieb nur noch zögerlich wächst und eher blass um die Nase ist, sollte man Nährstoffe nachschieben. Merke: Alles, was im Boden ist, kommt den Algen definitiv nicht zugute ... noch ein Punkt, der für Wurzeldüngung spricht!

Beleuchtung

Die Beleuchtung im bepflanzten Gesellschaftsaquarium oder Artaquarium lässt sich energiesparend mit de Trocal Leuchtstoffröhren oder der Trocal LED von Dennerle realisieren. In einem mäßig gedüngten Aquarium ohne zusätzliche CO2-Düngung stellt man die Lichtstärke im Falle einer Beleuchtung mit LED am LED-Steuergerät nur mittelstark ein oder begrenzt die Beleuchtungsdauer auf 8-10 Stunden. Treten dann doch einmal Algen auf, passt man entweder die Düngung an oder reduziert die Beleuchtung noch etwas.

CO2

Wer CO2 zudüngen möchte, um die Pflanzen noch etwas anzuschubsen und noch schöner wachsen zu lassen, kann das natürlich auch in einem "tierlastigen" Aquarium tun. Hier bietet sich der Betrieb einer Bio-CO2-Anlage an oder eines CO2-Komplettsets mit Gasdruckflasche. Das Für und Wieder der einzelnen Systeme haben wir in unserem Artikel "CO2 im Aquarium" ausführlich erklärt. (BEIM EINSTELLEN BITTE UNBEDINGT VERLINKEN) Wichtig ist hier unbedingt eine Überwachung des CO2-Gehalts des Aquarienwassers, damit die Tiere keine Probleme beim Atmen bekommen. Er sollte 20 mg/l nicht überschreiten. Der Dennerle Dauertest aus formschönem Glas oder der Langzeittest Correct + pH macht die Überwachung des CO2-Gehalts im Wasser sehr einfach. Den CO2-Komplettsystemen liegt ein Dauertest serienmäßig bei.

Zwei Arten von Aquarien - Schwerpunkt auf den Aquarienpflanzen

Dann haben wir noch das Aquarium, in dem der Schwerpunkt deutlich auf den Pflanzen liegt. Oft handelt es sich hier um sogenannte Hollandaquarien mit einer sehr üppigen Bepflanzung in den klassischen Pflanzenstraßen, oder um ein Aquascape, das eine Landschaft über oder unter Wasser im Aquarium nachstellt und dazu neben Pflanzen auch noch Aquariendekoration wie Wurzeln oder Steine nutzt. Hier werden häufig auch sehr anspruchsvolle Pflanzen gepflegt, solche mit rotem Laub oder besondern Blattformen. Auf die Erscheinung der Pflanzen legt ein Pflanzenaquarianer superviel Wert, daher wird ein solches Aquarium häufig sozusagen mit Vollgas gefahren.

In einem Pflanzenaquarium oder Aquascape sind in der Regel nur einige wenige Funktionstiere im Einsatz, die eventuell aufkommende Algen kurz halten, oder ein kleiner Schwarm Fische oder eine Gruppe Garnelen als Farbtupfer. Aquascapes und andere Pflanzenaquarien sind aus diesem Grund meist nicht stark besetzt, und die Tiere darin produzieren daher auch nicht viel an Makronährstoffen oder CO2.

Düngung

Da hier nicht so viele Tiere gefüttert und gehalten werden, kann es in einem Aquarium mit Schwerpunkt auf der Pflanzenhaltung sehr schnell auch bei den Makronährstoffen Nitrat, Phosphat und Kalium zu einem Mangel kommen, der in einem Gesellschaftsaquarium oder Artaquarium eher nicht auftritt. Hier sollte man bei der Düngung also definitiv auf eine Vollversorgung achten. Mit dem Scaper's Green Volldünger für Aquarien mit starker Beleuchtung und vielen Pflanzen macht man hier nichts falsch. Er lässt sich entweder auf Vorrat als Wochendünger einsetzen oder als Tagesdünger. Zusätzlich kann man natürlich den Wurzelpflanzen zum Beispiel noch Düngetabs oder Nurtriballs zukommen lassen, wenn man merkt, dass sie etwas schwächeln.

Beleuchtung

Auch bei der Beleuchtung kann man in einem Pflanzenaquarium aus dem Vollen schöpfen. Gut versorgte Pflanzen können eine ganze Menge Licht ab und entwickeln sich dann perfekt. Bei viel Licht wachsen die meisten Aquarienpflanzen sehr gedrungen und kompakt, was dem Aquarium eine sehr lebendige, kraftvolle Ausstrahlung gibt. Hier lässt sich ohne weiteres die Beleuchtungsdauer auf 10-12 Stunden pro Tag ausdehnen, eventuell sogar mit einer Beleuchtungspause über die Mittagszeit, damit die Pflanzen kurz "durchschnaufen" und dann wieder voll loslegen können.

CO2

Kein Pflanzenaquarium ohne CO2! Wird ein Aquarium mit starkem Licht und einer sehr guten Düngung unter Volllast gefahren, brauchen die Pflanzen zwingend eine gute Versorgung mit Kohlendioxid. Hier kann man sogar darüber nachdenken, ob man den CO2-Gehalt auf 30 mg/l einstellt - das geht aber nur, wenn man unempfindliche Fische oder Garnelen in einem solchen Scape fährt. Ansonsten bleibt man mit 20 mg/l auf der sicheren Seite.

Wir wünschen dir viel Spaß mit deinem neuen Aquarium!

Euer Chris Luckhaup